29.04.2015: Bahnhof Zug – Mattenstrasse

Der Pendler bewegt sich täglich auf derselben Wegstrecke zwischen Wohnort und Arbeitsstelle. Seine Ansichten von Zug formen sich auf dieser Wegstrecke. Welche Eindrücke haben diejenigen, welche diesen Ort Tag für Tag der Arbeit wegen streifen?

Diese Frage veranlasst Isabelle Marrel, verschiedenste Zugpendler anzusprechen. In einer kurzen Begegnung begleitet sie diese auf dem letzten Stück ihres Arbeitsweges vom Bahnhof Zug aus zu deren Arbeitsplatz und hört sich ihre Ansichten über die Stadt Zug an.

 

29.04.2015: Bahnhof Zug – Mattenstrasse

Vielleicht können die Einheimischen besser sagen, dass Zug sich verändert hat. Das sieht man ja überall. Ich pendle schon seit einigen Jahren nach Zug.
Ja, meistens begehe ich diese Strecke, da sie mein Arbeitsweg ist. Man hört die Veränderung schon beim aneinander Vorbeigehen: Russisch und Englisch.
In Zug dreht sich vieles ums Geld. Auch jetzt mit den Sparübungen, die man machen will. Dies geht zum grössten Teil zu Lasten der Angestellten. Eine Steuererhöhung steht nicht zur Diskussion. Man hat sich eben dem Geld verkauft.
Hoffentlich ändert sich das auch einmal wieder, aber momentan geht es in Zug in erster Linie um das Geld.
Zug ist im Prinzip keine Stadt, es ist mehr ein Dorf, das überrennt wurde vom Kapital.
Ja, ich gehe immer dieser Hauptachse entlang da nach vorne. Auf dieser Strecke gibt es nicht so viel Interessantes. Erlebnisse hatte ich bisher hier kaum spannende. Wenn man etwas erleben will, geht man eher nach Zürich.
Nein, ich pendle momentan von Zofingen, aber das auch erst seit kürzerem. Nach Zug würde ich nicht ziehen wollen. Die Wohnungsmieten sind hier total überhöht. Der kürzere Arbeitsweg wäre ein Vorteil, ist aber für mich nicht so zwingend nötig. Abgesehen davon hat es in Zug noch mehr Nebel als in Zofingen.
Am See unten kenne ich noch das Casino. Diese Gegend kann man noch am ehesten jemandem empfehlen − die meisten finden sie attraktiv.
Zug hat es mit dem Wachstum eindeutig übertrieben und man hat auch etwas geprasst. Die Frage ist, ob die Wirtschaft so lange durchhält, sonst kann es dann schon mal einen ziemlichen Absturz dieses Kantons geben.
Ein bisschen mehr Bescheidenheit wäre sicher nicht schlecht. Dann gäbe es auch keine Finanzprobleme.

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