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Adrian Bättig

Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) spazieren für ihre Ansichten von Zug drei Punkten entlang, mit denen sie biografisch verbunden sind. Der vierte Punkt ergibt sich aus der Spiegelung der ersten zwei Etappen.  RA AB versuchen möglichst nahe den in der Karte eingezeichneten Geraden zu folgen und sprechen über jene Sichten auf die Stadt, die ihre Gedanken beim Gehen provozieren.

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Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) haben die letzte Wegstrecke vor sich, die sie vom Unterochsenhof zurück zum Ausgangspunkt ihrer Spaziergänge – der Station Schulhaus Herti – bringt.

RA: Wir stehen hier noch vom Regen geschützt unter einem Vordach beim Unterochsenhof und sehen für einmal ziemlich direkt bis zum Endpunkt unseres Spazierganges. Es gibt keine versteckten Nischen oder Irrwege zu entdecken, wir können schnurgerade über dieses Feld ins Ziel flanieren. Der Weg bietet keine Spektakel. Vor uns liegen die leisen Dinge …

AB: Ich finde, dass in der heutigen Zeit gerade das Aufspüren dieser leisen Dinge eine hohe Qualität hat. Unsere medial geprägte Welt bietet so viel Lautes, um jeden Preis Auffälliges und Marktschreierisches – da bekommen feine und zurückhaltende Beobachtungen und Äusserungen eine ganz neue, wohltuende Qualität!

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Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) spazieren für ihre Ansichten von Zug drei Punkten entlang, mit denen sie biografisch verbunden sind. Der vierte Punkt ergibt sich aus der Spiegelung der ersten zwei Etappen. RA AB versuchen möglichst nahe den in der Karte eingezeichneten Geraden zu folgen und sprechen über jene Sichten auf die Stadt, die ihre Gedanken beim Gehen provozieren.

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RA AB sind beim Kunstraum am Blumenweg losgelaufen und passieren die Loretohöhe. Sie sprechen mit einem Gärtner, dessen Kollege in schwindelerregender Höhe ohne Sicherung daran ist, mit der Motorsäge einen Baum zurückzustutzen.

RA: Der Gärtner sagte uns eben, im Winter würden die Bäumen schlafen und dann hauten sie ihnen die Köpfe ab – ein toller Satz.

AB: Und er erzählte uns weiter, sein Kollege sei Schweizer Meister im Bäume Klettern. Ein entsprechender Wettbewerb finde jeweils in Holzhäusern statt. Dann meinte er noch, generell sei das Baumklettern ohne Leiter sicherer als mit, weil fallende Äste die Leiter wegschlagen und den Arbeiter darauf gefährden könnten.

Unterhalb der Loretohöhe angekommen, betrachten RA AB ein grösseres, rundum spiegelndes Gebäude, das am Wäldchenrand steht.

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Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) stellen Vorlagen für Spazierwege zu Ansichten von Zug her. Dazu bestimmen RA AB Spielregeln mit Hilfe eines Stadtplanes und eines Lineals. Sie ziehen eine Linie. Das Ziel des Spieles: RA AB spazieren möglichst nahe der Linie entlang und sprechen über jene Sichtpunkte auf die Stadt, die ihre Gedankengänge schrittweise provozieren.

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Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) ziehen auf der Stadtkarte eine Linie vom Kap zum Kunstraum am Blumenweg.

RA AB gehen möglichst nahe an der Linie im Zickzack durch die Gassen der Altstadt. Kurz vor ihrem Aufstieg zum Guggi bleiben sie bei einer Baustelle stehen, die einen Leerraum zwischen Häusern besetzt.

AB: Die verschiedenen Architektursprachen, die hier zusammenkommen und mittendrin die Baustelle, dies finde ich sehr interessant. Mir fallen dazu zwei Dinge ein. Vor gut zehn Jahren war ich in Porto, wo gerade eine U-Bahn gebaut wurde. Die halbe Stadt sah wie dieser Ort hier aus, da überall die Zugänge zu den Stationen gebaut werden mussten. Die von den Baustellen besetzten Plätze hatten etwas Wüstes, aber auch Brodelndes, Vitales und Vielversprechendes. Man fragt sich hier, was der Plan ist, wie es aussehen wird, wenn die Bauerei beendet ist. Weiter denke ich an ein Bild des italienischen Futuristen Umberto Boccioni mit dem Titel „Der Lärm der Strasse dringt ins Haus“. Darauf sieht man eine Baustelle, natürlich damals mit Pferdefuhrwerken betrieben, die ihren Lärm und ihre Dynamik zu den umliegenden Häusern hochschickt, nur mit den Mitteln von Malerei dargestellt. Das 100 Jahre alte Bild versprüht für mich immer noch die Aufbruchstimmung, die am Beginn der Moderne herrschte.

RA:. Der sich türmende Bauschutt, die Maschinen, die Mauern und die riesige Hecke dazwischen bilden ein regelrechtes Wirrwarr. Ich weiss nicht, wo der Platz anfängt und wo er aufhört. Was verdecken eigentlich die Bauplanen in der Mitte des Platzes? Wäre dies eine Bühne, so fände ich die Inszenierung des Geheimnisses in der Mitte sehr gelungen.

AB: Vielleicht wird dort nach archäologischen Funden gegraben…

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Roger Amgwerd (RA) und Adrian Bättig (AB) stellen Vorlagen für Spazierwege zu Ansichten von Zug her. Dazu bestimmen RA AB Spielregeln mit Hilfe eines Stadtplanes und eines Lineals. Sie ziehen eine Linie. Das Ziel des Spieles: RA AB spazieren möglichst nahe der Linie entlang und sprechen über jene Sichtpunkte auf die Stadt, die ihre Gedankengänge schrittweise provozieren.

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RA AB steigen aus dem Bus bei der Endstation Schulhaus Herti und schauen sich um.

AB: Das Schulhaus, das wir sehen, stammt der Architektur nach zu schliessen aus den 70er-Jahren, und darum herum ist viel neu gebaut worden. Es scheint mir fast, die Anwohner sind zum Schulhaus gekommen und nicht umgekehrt.

RA: Was mir ebenfalls auffällt an diesem Schulhaus, das sind die Orange- und Gelbtöne. Diese suchen für mich irgendwie eine Nähe. Aber aus der Distanz wirken sie apart und fremd. Sie wirken für mich verstaubt.

AB: Verstaubt ist in diesem Zusammenhang ein interessanter Begriff, weil die Farben des Herti-Schulhauses eigentlich erdig untermischt sind, wenn man sie genauer anschaut, und man weiss nicht so recht, ob da noch Patina drauf ist.

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