Ein Stück Stadt

avz_lk_p02_01
avz_lk_p02_02
avz_lk_p02_03

Vom „Löberenberg“, einer erhöht gelegenen Ebene über der Stadt Zug, geht es hinunter in die Stadt. Zwischen den Häusern eröffnet sich ein Blick auf eine dichte Ansammlung von Bauten. An dieser Hangkante vollzieht sich ein kontinuierlicher Übergang von einem Wohnquartier mit viel Grün zu einem dicht bebauten Stück Stadt, der Neustadt, oder wohl eher dem Quartier „Hinter-Neustadt“. Das Quartier schliesst an der Hauptachse des ehemaligen Industriequartiers, der Industriestrasse an und wird heute durch den Hang, die Gotthardstrasse, die Poststrasse und den Guggiweg begrenzt.

Im Zuge des zweiten Bahnhofbaus von 1897 (Standort des heutigen Bahnhofs) und der darauffolgenden Industrialisierung der Stadt Zug entstanden hier nach und nach Wohn- und Gewerbebauten. Die heutige Bebauung ist in mehreren Zeitabschnitten gewachsen, das Quartier wurde, aufbauend auf der bestehenden Struktur, erneuert und verdichtet. So hat sich, trotz Wandel, der Charakter des Ortes erhalten.

avz_lk_p02_04
avz_lk_p02_05

Das Quartier ist sehr durchmischt und beherbergt verschiedene Nutzungen. Hier wird gewohnt und gearbeitet, es gibt Gewerbebetriebe und verschiedene Ladennutzungen, sogar eine Autowerkstatt hat sich gehalten, nur die dazugehörende Tankstelle aus vergangenen Zeiten fehlt. Dieser Ort ist unscheinbar, gewöhnlich, gebraucht, zuweilen verlassen, unfertig, einfach da …, ein kleines Stück Stadt, das durch seine bauliche Dichte, die unterschiedlichen Nutzungen und vielleicht auch aufgrund des „gefühlt“ Unfertigen eine eigene, urbane Atmosphäre ausstrahlt.

avz_lk_p02_06
avz_lk_p02_07
avz_lk_p02_08
avz_lk_p02_09
avz_lk_p02_10

Die Durchwegung und die Blickbeziehungen verbinden das Quartier mit seiner Umgebung, früher über die Poststrasse hinaus bis hin zum Viadukt. In nördlicher Richtung fand die Poststrasse Anschluss bei der Metallwarenfabrik. Heute werden diese örtlichen Beziehungen durch die Metalliüberbauung und vor allem durch das Neustadt-Center abgeschnitten und das Quartier „Hinter-Neustadt“ pflegt ein Schattendasein im Rücken der Stadt.

avz_lk_p02_11Abb.: Luftbild Stadt Zug, 1965. Quelle: Bundesamt für Landestopografie

 

avz_lk_p02_12

3 Kommentare
  1. Vreni Juen-Wernli sagte:

    1938 in Zug geboren und am Guggiweg aufgewachsen erlebe ich eine erstaunliche oft erschreckende Entwicklung dieser wunderbaren Stadt!

  2. Marlene sagte:

    Weiß ja nicht, ob schwarz/weiß/grau einer Stadt wie Zug gerecht werden. Aber mal ein interessanter Ansatz, Zug von einer anderen Seite zu zeigen.

  3. Ruth Odermatt sagte:

    Ansichten von Zug, die ich kaum kenne. Da muss ich wieder mal hin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.