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– Inventar des Dazwischen

Die Zuger Schleife sticht ins Auge: Zusammen mit den SBB-Gleisen umrahmt sie das Gebiet westlich des Bahnhofs in Form eines seitenverkehrten Q und lässt es auf Stadtplänen, Landkarten und Satellitenbildern deutlich hervortreten. Jedenfalls tat sie das bis vor Kurzem. Heute ist die markante Struktur in Auflösung begriffen.

Auch das von ihr umfasste Gebiet befindet sich im Wandel: Die heterogen besetzte Randzone, die jahrzehntelang durch die Entwicklung von Landis&Gyr geprägt war, wird zu einem kompakten Stadtquartier umgebaut. Noch sind Bruchlinien sichtbar. Eine Spurensuche entlang von dem, was bald nicht mehr oder noch nicht ist – und eine Bestandesaufnahme.


Areal An der Aa

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Nach der Brücke über die General-Guisan-Strasse verändert sich das Aussehen des Schleifedamms völlig. Er präsentiert sich nun als laternengesäumter Weg, der als Abkürzung zwischen Gaswerkareal und Bahnhof Schutzengel beliebt ist. Nach Osten überblickt man vom Weg aus die Werkstätten der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB). Durch die offenen Tore sind Männer in blauen Arbeitskleidern zu sehen, die sich an Fahrzeugen zu schaffen machen. Am Fuss des Damms stehen Privatwagen – wohl die Autos der Angestellten. Ein Stück weiter fällt mein Blick auf die Ecke eines Holztischs. Auch die Hälfte einer Gartenbank und die Spitze eines zusammengeklappten Sonnenschirms sind sichtbar – das Pausenrefugium der Mechaniker? Es drückt sich zwischen parkierten Autos und schrottbeladenen Mulden so eng an den Damm, dass es von oben her kaum zu sehen ist.

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Die Gotthardlinie und eine ehemalige Elektrozähler-Fabrik, eine ominöse Umbettschleuse, ein skurriles Keramikkunstwerk und ein Bundesgerichtsentscheid wegen Keimgefahr. Zug Süd und das Areal des alten Kantonsspitals stecken voller Geschichten. Auf Entdeckungsreise mit Georg Frey und Sabine Windlin.

Sabine Windlin: Wir stehen auf der Dachterrasse des elfgeschossigen, ehemaligen Personalhauses des Kantonsspitals Zug. Hinter uns liegt der See, vor uns das Quartier Zug Süd. Welche Bauten sehen wir?

Georg Frey: Aus dem Mittelalter sehen wir die Altstadt mit ihren Befestigungs- und Kirchtürmen, den Pulver-, Kapuziner- und Huwylerturm, und mitten in der Stadt die Kirche St. Oswald. Bis zur Vollendung der Stadtbefestigung vor 500 Jahren gab es südlich der Stadt kaum Bauten. Zu den ersten gehörten die Kapelle und das Beinhaus St. Michael, der Zurlaubenhof und am Oberwiler Kirchweg die Beatuskapelle und das Tschuopishaus. Im 19. Jahrhundert ging es dann südlich der Altstadt plötzlich Schlag auf Schlag. 1827 baute man die Strasse nach Arth und 30 Jahre später die Kranken- und Pfrundanstalt, das spätere Bürgerspital. Dann folgten die Knabenschule Athene und das Institut St. Michael, und 1878 wurde mit dem Theilerhaus der Grundstein der späteren Landis&Gyr gelegt. Kurz darauf entstanden die ersten Villen am Oberwiler Kirchweg und die Pfarrkirche St. Michael. Erst kurz vor bzw. nach 1900 wurden die Gleise für die Gotthard-Bahn und das Zugerberg-Tram verlegt.

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Unter anderem ist Zug für seinen Reichtum bekannt. Grosse internationale Firmen, gut bezahlte Kaderleute, Steueroasen: die ganze Palette. Versteckter Reichtum in Form von Banktresorfächern gefüllt mit Bargeld, Juwelen und anderen Kostbarkeiten oder in Kellern versteckte Kunstwerke: Zug fehlt’s an nichts.

Aber da sind noch andere Kostbarkeiten, Juwelen für alle. Das sind die Plätze welche ich auch nach meinen 30 Jahren in Zug immer noch gerne aufsuche. Jedesmal bleibe ich stehen und geniesse. Und das Schauen erzeugt ein intensives Gefühl der Zufriedenheit.

Hier sind sie: einige meiner Juwelen von Zug.

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