Archiv

Schlagwort-Archive: urbaner Raum

– Inventar des Dazwischen

Die Zuger Schleife sticht ins Auge: Zusammen mit den SBB-Gleisen umrahmt sie das Gebiet westlich des Bahnhofs in Form eines seitenverkehrten Q und lässt es auf Stadtplänen, Landkarten und Satellitenbildern deutlich hervortreten. Jedenfalls tat sie das bis vor Kurzem. Heute ist die markante Struktur in Auflösung begriffen.

Auch das von ihr umfasste Gebiet befindet sich im Wandel: Die heterogen besetzte Randzone, die jahrzehntelang durch die Entwicklung von Landis&Gyr geprägt war, wird zu einem kompakten Stadtquartier umgebaut. Noch sind Bruchlinien sichtbar. Eine Spurensuche entlang von dem, was bald nicht mehr oder noch nicht ist – und eine Bestandesaufnahme.


Siemens-Areal (Nord)

avz_si_p08_01 avz_si_p08_02

Es gibt keinen anderen Ort westlich des Bahnhofs, wo Vergangenheit und Zukunft sich so spür- und sichtbar durchwirken. Der Theilerplatz schwebt zwischen Ab- und Aufbruch. Jedes Mal, wenn ich auf einer meiner Exkursionen hier vorbeikomme, treffe ich ihn verändert an. Der «Platz» befindet sich in einem permanenten Wandel ohne je zu einer endgültigen Form zufinden. Wenn sich hier etwas verfestigt hat, ist es der Übergang.

Weiterlesen …

– Inventar des Dazwischen

Die Zuger Schleife sticht ins Auge: Zusammen mit den SBB-Gleisen umrahmt sie das Gebiet westlich des Bahnhofs in Form eines seitenverkehrten Q und lässt es auf Stadtplänen, Landkarten und Satellitenbildern deutlich hervortreten. Jedenfalls tat sie das bis vor Kurzem. Heute ist die markante Struktur in Auflösung begriffen.

Auch das von ihr umfasste Gebiet befindet sich im Wandel: Die heterogen besetzte Randzone, die jahrzehntelang durch die Entwicklung von Landis&Gyr geprägt war, wird zu einem kompakten Stadtquartier umgebaut. Noch sind Bruchlinien sichtbar. Eine Spurensuche entlang von dem, was bald nicht mehr oder noch nicht ist – und eine Bestandesaufnahme.


Grafenau

avz_si_p06_01

avz_si_p06_02

«Grafenau 1, 3» – das erste Mal, als ich das Strassenschild sah, stand noch «Albisstrasse» darauf, da bin ich mir ganz sicher. Ich erinnere mich daran, weil ich nach dem Schild gesucht hatte. Ich wollte wissen, wie die Adresse des alten Hauses lautet, das ich eben entdeckt hatte.

Weiterlesen …

Zug Bahnhofstrasse Dezember 1972

Die Bahnhofstrasse 1972 mit Weihnachtsschmuck. Er bestand aus stilisierten goldenen Schneesternen mit blauen oder roten Kugeln, sofern mein Gedächtnis mich nicht täuscht.

Auf der linken Strassenseite der Anfang der Schmidgasse. Das Modegeschäft Schild erweiterte gerade sein Gebäude: «Umbau/Aufbau».

Wer oder was war Horta?

Auf der rechten Strassenseite das Restaurant Spring mit seinen Kegelbahnen (Bahnhofstrasse 12), das Hotel Pilatus (Nr. 14), die Druckerei Zürcher (Nr. 16), das Fotogeschäft Huwyler, wohin ich ab und zu Filme zum Entwickeln brachte (Nr. 18).

Und die Molkerei im Vordergrund, offenbar die Nr. 10: Wer arbeitete dort? Wer kaufte dort Milch? Wem gehörte sie?

Weiterlesen …

Die Veränderung des Stadtklangs geht auch einher mit dem technischen Fortschritt. Einschneidend muss die Einführung des Automobils zur Jahrhundertwende gewesen sein, vor allem im beschaulichen Städtchen Zug.
In der (sehr empfehlenswerten) Rubrik „Das Staatsarchiv erzählt“ der „Personalziitig“ schreibt Renato Morosoli in der Ausgabe 44/08 auf S. 19:

„«in letzter Zeit» habe man in Zug «wiederholt eine sog. Motorkutsche, ein sehr leichtbewegliches elegantes, durch einen Petrolmotor in Bewegung gesetztes Vehikel» gesehen, wussten die «Zuger Nachrichten» im Mai 1896 ihrer Leserschaft zu berichten. Sie wiesen damit auf eine Erfindung hin, die an der Wende zum 20. Jahrhundert am Anfang eines unglaublich dynamischen und folgenreichen Aufstiegs stand, sich aber in ihren Anfängen weitherum sehr unbeliebt machte.

Exzessiv schnell
Verkehrsmittel, die sich mit Maschinenkraft bewegten, waren den Zugern schon länger bekannt, fuhr doch die Eisenbahn seit einigen Jahrzehnten auch durch den Kanton Zug. Diese nutzte jedoch ihren exklusiven Schienenstrang, während die neuen «Vehikel» auf alten, dafür nicht geeigneten Wegen fuhren und dort die bisherigen Benutzer, die Fussgänger, Fuhrleute und Kutscher, in Gefahr brachten, an den Rand drängten, mit Staub einhüllten und durch Lärm belästigten. Besonders bedrohlich war das Tempo der «Motorkutscher» oder «Automobile», die sich im Vergleich zum bisherigen, gemächlichen Verkehrsfluss in der Wahrnehmung der Zeitgenossen geradezu exzessiv schnell bewegten.
Deshalb war auch die Zuger Regierung 1902 rasch bereit, «für den Verkehr mit Automobilwagen für das Publikum schützende Bestimmungen» aufzustellen. Schon bisher hatte es einige Vorschriften für Fuhrleute und Reiter gegeben. Das Strassengesetz von 1886 zum Beispiel verbot das «schnelle Reiten oder Fahren über Brücken, in engen Durchpässen und Strassenbiegungen, durch Ortschaften, sowie durch Volksmengen, Märkte und Viehherden», untersagte «unnöthiges Peitschenknallen durch die Ortschaften» und regelte das Vorgehen beim Kreuzen oder Überholen anderer Fuhrwerke. Die laute, dominierende Präsenz der «Automobilwagen» auf den Strassen verlangte aber zusätzliche Einschränkungen.

Weiterlesen …

avz_lk_p02_01
avz_lk_p02_02
avz_lk_p02_03

Vom „Löberenberg“, einer erhöht gelegenen Ebene über der Stadt Zug, geht es hinunter in die Stadt. Zwischen den Häusern eröffnet sich ein Blick auf eine dichte Ansammlung von Bauten. An dieser Hangkante vollzieht sich ein kontinuierlicher Übergang von einem Wohnquartier mit viel Grün zu einem dicht bebauten Stück Stadt, der Neustadt, oder wohl eher dem Quartier „Hinter-Neustadt“. Das Quartier schliesst an der Hauptachse des ehemaligen Industriequartiers, der Industriestrasse an und wird heute durch den Hang, die Gotthardstrasse, die Poststrasse und den Guggiweg begrenzt.

Weiterlesen …