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Schlagwort-Archive: Verkehr

Der Pendler bewegt sich täglich auf derselben Wegstrecke zwischen Wohnort und Arbeitsstelle. Seine Ansichten von Zug formen sich auf dieser Wegstrecke. Welche Eindrücke haben diejenigen, welche diesen Ort Tag für Tag der Arbeit wegen streifen?

Diese Frage veranlasst Isabelle Marrel, verschiedenste Zugpendler anzusprechen. In einer kurzen Begegnung begleitet sie diese auf dem letzten Stück ihres Arbeitsweges vom Bahnhof Zug aus zu deren Arbeitsplatz und hört sich ihre Ansichten über die Stadt Zug an.

 

25.03.2015: Bahnhof Zug – Alpenstrasse

Zug is a very lovely little city.
At lunchtime I go to the lake, there I have my lunch. It’s very easy to get here from Zürich where I live.
I could imagine living here, but my fiancé works at the other end of Zürich. So it doesn’t make sense for us to live in Zug.
I think Zug is very quiet and clean. What I like here is that there is not too much traffic. The mountains and the lake are beautiful. I’m from Sweden, so it is very different here. I suppose that to me, who doesn’t speak German very well, people should not speak Swiss German but English. In Zürich they all speak in English to me, but not here.

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Die Veränderung des Stadtklangs geht auch einher mit dem technischen Fortschritt. Einschneidend muss die Einführung des Automobils zur Jahrhundertwende gewesen sein, vor allem im beschaulichen Städtchen Zug.
In der (sehr empfehlenswerten) Rubrik „Das Staatsarchiv erzählt“ der „Personalziitig“ schreibt Renato Morosoli in der Ausgabe 44/08 auf S. 19:

„«in letzter Zeit» habe man in Zug «wiederholt eine sog. Motorkutsche, ein sehr leichtbewegliches elegantes, durch einen Petrolmotor in Bewegung gesetztes Vehikel» gesehen, wussten die «Zuger Nachrichten» im Mai 1896 ihrer Leserschaft zu berichten. Sie wiesen damit auf eine Erfindung hin, die an der Wende zum 20. Jahrhundert am Anfang eines unglaublich dynamischen und folgenreichen Aufstiegs stand, sich aber in ihren Anfängen weitherum sehr unbeliebt machte.

Exzessiv schnell
Verkehrsmittel, die sich mit Maschinenkraft bewegten, waren den Zugern schon länger bekannt, fuhr doch die Eisenbahn seit einigen Jahrzehnten auch durch den Kanton Zug. Diese nutzte jedoch ihren exklusiven Schienenstrang, während die neuen «Vehikel» auf alten, dafür nicht geeigneten Wegen fuhren und dort die bisherigen Benutzer, die Fussgänger, Fuhrleute und Kutscher, in Gefahr brachten, an den Rand drängten, mit Staub einhüllten und durch Lärm belästigten. Besonders bedrohlich war das Tempo der «Motorkutscher» oder «Automobile», die sich im Vergleich zum bisherigen, gemächlichen Verkehrsfluss in der Wahrnehmung der Zeitgenossen geradezu exzessiv schnell bewegten.
Deshalb war auch die Zuger Regierung 1902 rasch bereit, «für den Verkehr mit Automobilwagen für das Publikum schützende Bestimmungen» aufzustellen. Schon bisher hatte es einige Vorschriften für Fuhrleute und Reiter gegeben. Das Strassengesetz von 1886 zum Beispiel verbot das «schnelle Reiten oder Fahren über Brücken, in engen Durchpässen und Strassenbiegungen, durch Ortschaften, sowie durch Volksmengen, Märkte und Viehherden», untersagte «unnöthiges Peitschenknallen durch die Ortschaften» und regelte das Vorgehen beim Kreuzen oder Überholen anderer Fuhrwerke. Die laute, dominierende Präsenz der «Automobilwagen» auf den Strassen verlangte aber zusätzliche Einschränkungen.

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Vom 9.9.1913 bis zum 21.5.1955 führte die ZVB (bzw. das Unternehmen ESZ – Elektrische Strassenbahnen im Kanton Zug – vor 1951) einen Überland-Tramstrecken Betrieb mit den Linien Zug–Oberägeri, Zug–Baar–Thalacker und Nidfurren–Menzingen.
Die Tramstrecke Zug–Schönegg sowie die Standseilbahn Schönegg–Zugerberg wurden 1907 von dem Unternehmen Zuger Berg- und Strassenbahn (ZBB) eröffnet. Der Trambetrieb wurde 1959 durch einen Bus ersetzt.

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Abb.: Zug Alpenstrasse, Abschiedsfahrten der ZBB Trams, Mai 1959 (Quelle: Privat)

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der „Betriebslärm“ der Trams ein charakteristisches Geräusch der Stadt, so schreibt Dr. Ueli Ess in der Einführung des Buches „Grossvaters Zug“ (1979, S.3):

„Kürzlich stand ich vor dem wachsenden Geschäftshaus „Eisenhammer“ an der Bahnhofstraße und schaute den Bauarbeiten zu, die mit all den Hilfsmitteln der Technik etwas Faszinierendes an sich haben. Dabei versuchte ich mich auch zu erinnern, wie denn die Bahnhofstraße früher aussah, und meine Gedanken schweiften unwillkürlich zurück. Mit einem Mal waren sie wieder da, die Bilder der Stadt meiner Jugend, ihre Geräusche und – soweit das möglich war im Gestank der Hauptverkehrsstraße – auch der Duft. Es gab ja auch damals Lärm, aber er war anders. Es war der Lärm des ZBB–Trams, das in den Kurven quietschte, als ob es sich nicht aus der einmal eingeschlagenen Richtung zwingen lassen wolle.“

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Parkhaus Metalli als Spiegelbild der Stadt Zug

Die Veränderung des städtischen Verkehrs hat einen deutlichen Einfluss auf unsere Lebensqualität. Straßenverkehr ist eine wesentliche Quelle der städtischen Luftverschmutzung und Verkehrslärm kann gesundheitliche Probleme verursachen.

„PS-Monster sind out“, habe ich in der Zeitung „20 Minuten“ gelesen. „In der Schweiz zeigte sich der Trend bereits vor zwei Jahren in der Studie «Statusfaction» des Gottlieb Duttweiler Instituts. Alles Materielle, Große, Teure und Umweltschädigende wirkt sich negativ auf den Sozialstatus aus. An die Stelle der klassischen, materiellen Statussymbole seien andere Werte getreten, wie Ökologie, ein gesunder Lebensstil, und alternative Verkehrsmittel. Benzinschleudern passten dazu nicht mehr. In sozialer Hinsicht kann man es sich schon lange nicht mehr leisten, ein PS-Monster zu fahren.“

Scheinbar entspricht diese Studie nicht der Realität der Stadt Zug. Um meine Empfindung auf die Probe zu stellen habe ich in den letzten zwei Wochen insgesamt eine Stunde im Metalli-Parkhaus verbracht: Freitag gegen 10.00 Uhr, Donnerstag um 18.00 Uhr und Samstag um etwa 15.00 Uhr. Den Aktionsradius für meine Feststellungen habe ich auf das 2. UG des Parkhauses limitiert und nur schwarze Autos für meine Aufnahmen in Betracht gezogen.

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